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Atom-SymbolStilisierter Atomkern mit drei ElektronenbahnenatomkernenergieFAKTEN STATT LAGERDENKEN

Abfall & Endlagerung · Faktenwissen

Welche Arten von Atommüll gibt es?

Auch: radioaktive Abfälle · hochradioaktiver Abfall · schwach- und mittelradioaktiv

Kurzantwort

Deutschland teilt radioaktive Abfälle in zwei Klassen: wärmeentwickelnde (hochradioaktive) und vernachlässigbar wärmeentwickelnde (schwach- und mittelradioaktive) Abfälle. Die Mengen-Aktivitäts-Schere ist der Schlüssel: Die hochaktiven Abfälle stellen nur rund 5 Prozent des Volumens, aber über 99 Prozent der Radioaktivität. Entsprechend zweigeteilt sind die Lösungen: Schacht Konrad für die Masse, die Endlagersuche für die heiße Fracht.

Die zwei Welten des deutschen AtommüllsDrei Ebenen: Hochradioaktive, wärmeentwickelnde Abfälle – vor allem abgebrannte Brennelemente und Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung – machen rund 27.000 Kubikmeter aus, tragen aber über 99 Prozent der gesamten Aktivität und brauchen das gesuchte Tiefenendlager. Schwach- und mittelradioaktive Abfälle – Schutzkleidung, Filter, Bauschutt, Anlagenteile – summieren sich auf rund 300.000 Kubikmeter mit unter einem Prozent der Aktivität; ihr Ziel ist das genehmigte Endlager Schacht Konrad. Dazu kommen Sonderposten wie die Asse-Rückholabfälle und Uranerz-Hinterlassenschaften.Hochradioaktiv (wärmeentwickelnd)≈ 27.000 m³ · > 99 % der Aktivität · Ziel: TiefenendlagerSchwach-/mittelradioaktiv≈ 300.000 m³ · < 1 % der Aktivität · Ziel: Schacht KonradSonderpostenAsse-Rückholung, Wismut-Altlasten, Forschungsabfälle
Wer über „den Atommüll“ redet, sollte sagen welchen: 95 % des Volumens sind das kleinere Problem – 5 % sind das Jahrtausendthema.

Woraus die heiße Fracht besteht – und woraus die Masse

Der hochaktive Anteil ist chemisch erstaunlich konzentriert: abgebrannte Brennelemente (Spaltprodukte plus Transurane in der Keramikmatrix) sowie die Glaskokillen, in denen die Wiederaufarbeitung in Frankreich und England die abgetrennten Spaltproduktlösungen verglaste – beides wärmeproduzierend über Jahrzehnte, beides der Grund für Castoren, Zwischenlager und die Endlagersuche. Die schwach- und mittelaktive Masse dagegen ist Alltagsmaterial mit Kontaminations- oder Aktivierungsgeschichte: Handschuhe, Wischtücher, Ionentauscherharze, Werkzeuge, später die Rückbau-Ströme aus Beton und Stahl – konditioniert in Fässern und Containern. International existieren feinere Skalen (die IAEA unterscheidet sechs Klassen bis hinab zum freigebbaren Material); die deutsche Zweiteilung folgt schlicht der Endlager-Frage: Wärme ja oder nein entscheidet über die Geologie-Anforderungen.

Kurz-Fakten

Zahlenbasis: BGE, BASE, Nationales Entsorgungsprogramm

Einordnung

Die Arten-Frage ist das Fundament jeder ehrlichen Abfalldebatte: „Atommüll“ als Sammelwort vermengt Wischtücher mit Brennelementen und macht jede Mengen- oder Gefahrenaussage beliebig. Die Zweiteilung nach Wärme sortiert das Feld – und zeigt zugleich, warum Deutschland zwei völlig verschiedene Endlagerprojekte betreibt.

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Stand: Juli 2026 · Geprüft von SEO NW