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Abfall & Endlagerung · Faktenwissen

Was sind Castoren und Zwischenlager?

Auch: Castor-Behälter · Standortzwischenlager · Trockenlagerung

Kurzantwort

Castoren sind massive Transport- und Lagerbehälter für hochradioaktive Abfälle: bis zu 120 Tonnen schwer, mit rund 40 Zentimeter dicken Gusseisenwänden, doppelt dicht verschweißten Deckeln – und extrem getestet. Sie stehen in 16 deutschen Zwischenlagern, meist direkt am Kraftwerk, passiv luftgekühlt in schlichten Hallen. Das offene Problem ist der Kalender: Die auf 40 Jahre befristeten Genehmigungen laufen ab 2034 aus – lange bevor ein Endlager öffnet.

Der Weg des Brennelements nach dem ReaktorDrei Stationen: Nach dem Einsatz kühlen Brennelemente mehrere Jahre im wassergefüllten Abklingbecken, bis die Nachzerfallswärme die Trockenlagerung erlaubt. Dann werden sie in Castor-Behälter verladen, die Falltests aus neun Metern, 800-Grad-Feuer und Tauchprüfungen bestehen müssen. In den Zwischenlagerhallen kühlt sie über Jahrzehnte allein die natürliche Luftzirkulation – bis ein Endlager bereitsteht.Abklingbecken(Jahre)Nachwärme sinkt unter die Trocken-SchwelleCastor-Verladunggetestet: 9-m-Fall, 800 °C Feuer, TauchgangZwischenlager(Jahrzehnte)passive Luftkühlung – 16 Standorte
Passive Sicherheit im Wartestand: Kein Strom, keine Pumpe – nur Gusseisen, Physik und Geduld.

Wie sicher – und wie lange noch „zwischen“?

Der Behälter selbst ist der unumstrittenste Teil der Entsorgungskette: Das Zulassungsprogramm (Fall aus neun Metern auf ein Stahlfundament, 30 Minuten in 800 Grad Feuer, Tauch- und Beschussprüfungen) macht den Castor zum robustesten Transportgut des Landes; die legendären Wendland-Proteste galten der Endlager-Politik, nicht einem Leck – ausgetreten ist aus einem Castor nie etwas. Die ehrliche Schwachstelle ist konzeptionell: „Zwischen“-Lager wurden für 40 Jahre genehmigt, im Vertrauen auf ein Endlager ab etwa 2035. Da dieses nun Jahrzehnte später kommt, beginnt ab 2034 (Gorleben-Halle, dann Zug um Zug die Standortlager) ein Verlängerungs-Marathon: Behälter-Alterung, Deckeldichtungen und der Forschungsstand zur Langzeit-Trockenlagerung werden neu bewertet, die Hallen teils nachgehärtet (Terrorschutz-Debatte). International ist verlängerte Trockenlagerung Routine – die USA lagern seit den 1980ern so –, aber sie verschiebt Kosten und Verantwortung in genau die Zukunft, die das Endlager entlasten sollte.

Kurz-Fakten

Zahlenbasis: BGZ, BASE, GNS

Einordnung

Castor und Zwischenlager sind das funktionierende Provisorium der deutschen Entsorgung – technisch unaufgeregt, kalendarisch unter Druck: Aus „40 Jahre bis zum Endlager“ wird absehbar ein Dreivierteljahrhundert Wartestand. Die Lehre für die Debatte: Nicht die Behälter sind das Risiko, sondern die Gewöhnung ans Vorläufige.

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Stand: Juli 2026 · Geprüft von SEO NW